So bereiten Sie Ihr Gebäude auf den Einsatz eines Schimmelspürhundes vor
Damit ein Schimmelspürhund möglichst konzentriert und unter geeigneten Bedingungen arbeiten kann, sollte der Suchbereich vor dem Termin sinnvoll vorbereitet werden. Dabei geht es nicht darum, sämtliche natürlichen Gerüche aus einem Gebäude zu entfernen. Vielmehr sollen vermeidbare Störquellen reduziert und die Räume so zugänglich gemacht werden, dass der Hund seine Sucharbeit möglichst systematisch durchführen kann.
Inhaltsverzeichnis
- Räume frei zugänglich halten
- Intensive Fremdgerüche möglichst vermeiden
- Keine außergewöhnliche Reinigung unmittelbar vor dem Termin
- Lüftung und Fenster
- Haustiere während der Suche
- Personenanzahl reduzieren
- Lebensmittel und Tierfutter
- Sicherheit des Hundes berücksichtigen
- Informationen zur Schadensgeschichte bereithalten
- Grundrisse können hilfreich sein
- Keine Hinweise für den Hund
- Die Untersuchung benötigt Zeit und Pausen
- Was Sie vor dem Termin möglichst vermeiden sollten
- Der optimale Ausgangszustand
- Fazit und Leitsatz
Räume frei zugänglich halten
Alle Bereiche, die untersucht werden sollen, sollten für Hund und Hundeführer gut erreichbar sein.
Große Möbelstücke müssen in der Regel nicht vollständig entfernt werden. Sinnvoll ist jedoch, Zugänge zu Wandbereichen, Sockelleisten, Installationsschächten oder anderen relevanten Konstruktionen möglichst freizuhalten.
Besonders wichtig ist dies beispielsweise bei:
- Einbauschränken,
- Küchenzeilen,
- Heizkörperverkleidungen,
- Wandanschlüssen,
- Kellerbereichen,
- Dachräumen
- und technischen Installationen.
Je besser sich der Hund bewegen kann, desto strukturierter lässt sich der Raum absuchen.
Intensive Fremdgerüche möglichst vermeiden
Ein Schimmelspürhund arbeitet in einer Umgebung mit zahlreichen natürlichen Gerüchen. Das ist grundsätzlich Teil seiner Ausbildung.
Stark konzentrierte oder unmittelbar vor dem Termin eingebrachte Fremdgerüche sollten jedoch möglichst vermieden werden. Hierzu gehören beispielsweise:
- intensive Raumsprays,
- Duftkerzen,
- ätherische Öle,
- Räucherstäbchen,
- starke Reinigungsmittel,
- Desinfektionsmittel,
- Lösungsmittel
- oder frisch aufgetragene Farben und Lacke.
Solche Stoffe können das Geruchsbild eines Raumes vorübergehend erheblich verändern und damit die Suchbedingungen unnötig erschweren.
Keine außergewöhnliche Reinigung unmittelbar vor dem Termin
Eine normale Haushaltsreinigung ist selbstverständlich unproblematisch.
Unmittelbar vor einer Schimmelspürhundesuche sollte jedoch keine außergewöhnlich intensive Reinigung verdächtiger Bereiche durchgeführt werden. Auch sichtbare Auffälligkeiten sollten möglichst nicht kurz vor dem Termin entfernt, überstrichen oder mit chemischen Mitteln behandelt werden.
Für eine sachverständige Untersuchung ist der möglichst unveränderte Zustand häufig besonders wertvoll.
Lüftung und Fenster
Luftströmungen spielen bei der Geruchsausbreitung eine wichtige Rolle.
Geöffnete Fenster, Türen oder laufende Lüftungsanlagen können Gerüche transportieren und die Stelle beeinflussen, an der der Hund sie besonders deutlich wahrnimmt.
Deshalb sollte das Gebäude vor der Untersuchung möglichst unter normalen Nutzungsbedingungen betrieben werden. Extreme Veränderungen des Raumklimas unmittelbar vor dem Termin sind nicht erforderlich.
Während der Untersuchung entscheidet der Hundeführer beziehungsweise Sachverständige, ob Fenster, Türen oder Lüftungsanlagen für einzelne Suchabschnitte geschlossen oder in ihrem aktuellen Zustand belassen werden.
Haustiere während der Suche
Andere Tiere können eine zusätzliche Ablenkung darstellen.
Hunde, Katzen oder andere Haustiere sollten deshalb während der eigentlichen Sucharbeit nach Möglichkeit nicht unmittelbar im untersuchten Bereich anwesend sein.
Der Schimmelspürhund soll seine Aufmerksamkeit vollständig auf seine Aufgabe richten können.
Personenanzahl reduzieren
Auch Bewegungen von Personen können die Sucharbeit beeinflussen.
Während der eigentlichen Suche ist es deshalb sinnvoll, dass sich nur die unmittelbar erforderlichen Personen im Raum befinden. Dadurch entstehen weniger Ablenkungen und der Hund kann selbstständig und konzentriert arbeiten.
Lebensmittel und Tierfutter
Offene Lebensmittel, stark riechendes Tierfutter oder größere Mengen von Essensresten sollten möglichst nicht unmittelbar im Suchbereich stehen.
Ein professionell ausgebildeter Hund muss solche Fremdgerüche grundsätzlich ignorieren können. Dennoch gehört es zu einer guten Einsatzvorbereitung, unnötige Ablenkungen zu reduzieren.
Sicherheit des Hundes berücksichtigen
Vor Beginn der Suche sollten mögliche Gefahrenstellen mit dem Hundeführer besprochen werden. Hierzu gehören beispielsweise:
- offene Schächte,
- beschädigte Fußböden,
- Glasscherben,
- Nägel oder scharfkantige Bauteile,
- freiliegende elektrische Leitungen,
- aggressive Chemikalien
- oder stark kontaminierte Bereiche.
Die Sicherheit des Hundes hat jederzeit Vorrang vor der Fortsetzung einer Suche.
Informationen zur Schadensgeschichte bereithalten
Für die sachverständige Bewertung sind Informationen über die Vorgeschichte des Gebäudes besonders wertvoll. Hierzu können gehören:
- frühere Wasserschäden,
- Rohrbrüche,
- Hochwasser- oder Starkregenereignisse,
- Dachundichtigkeiten,
- Sanierungsmaßnahmen,
- bereits bekannte Schimmelstellen,
- auffällige Gerüche
- oder länger zurückliegende Feuchteprobleme.
Diese Informationen helfen bei der späteren fachlichen Einordnung der Suchergebnisse.
Grundrisse können hilfreich sein
Bei größeren Gebäuden sind Grundrisse oder einfache Raumskizzen sehr hilfreich.
Anzeigen des Hundes können dadurch exakt dokumentiert und später mit Feuchtemessungen, Bauteilaufbauten oder Laborbefunden verglichen werden. Gerade bei umfangreichen Untersuchungen verbessert eine klare räumliche Dokumentation die Nachvollziehbarkeit erheblich.
Keine Hinweise für den Hund
Ein häufig unterschätzter Punkt ist die unbewusste Beeinflussung des Suchteams.
Während der Suche sollten Auftraggeber möglichst vermeiden, ständig auf vermutete Schadensstellen zu zeigen oder den Hundeführer unmittelbar während der Suche darauf hinzuweisen.
Der Hund sollte den Raum möglichst eigenständig untersuchen können. Informationen über bekannte oder vermutete Schadensbereiche können für die sachverständige Untersuchung wichtig sein, sollten aber so in den Untersuchungsablauf eingebunden werden, dass die Suchleistung möglichst wenig beeinflusst wird.
Die Untersuchung benötigt Zeit und Pausen
Eine professionelle Schimmelspürhundesuche ist hoch konzentrierte Nasenarbeit.
Je nach Größe und Schwierigkeit des Gebäudes werden deshalb Suchabschnitte durch regelmäßige Ruhephasen unterbrochen. Diese Pausen sind kein Zeichen mangelnder Leistungsfähigkeit, sondern Bestandteil einer verantwortungsvollen Einsatzplanung.
Ziel ist nicht, möglichst viele Räume in möglichst kurzer Zeit zu untersuchen. Ziel ist eine konzentrierte und qualitativ hochwertige Suchleistung.
Was Sie vor dem Termin möglichst vermeiden sollten
Unmittelbar vor der Untersuchung sollten nach Möglichkeit keine:
- starken Duftstoffe verwendet,
- verdächtigen Stellen überstrichen,
- intensiven Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt,
- umfangreichen Renovierungsarbeiten begonnen
- oder ungewöhnlich starken Lüftungs- beziehungsweise Heizmaßnahmen vorgenommen werden.
Je natürlicher die tatsächlichen Nutzungsbedingungen erhalten bleiben, desto besser lässt sich die Suchsituation anschließend fachlich bewerten.
Der optimale Ausgangszustand
Ein gut vorbereitetes Gebäude ist nicht geruchsfrei und nicht vollständig leergeräumt. Es ist vielmehr:
- sicher,
- zugänglich,
- möglichst frei von vermeidbaren intensiven Fremdgerüchen
- und in einem Zustand, der die tatsächliche Nutzung möglichst realistisch widerspiegelt.
Fazit
Die richtige Vorbereitung eines Gebäudes verbessert die Bedingungen für eine professionelle Schimmelspürhundesuche erheblich.
Dabei gilt jedoch: Nicht das Gebäude soll für den Hund verändert werden – der Hund soll das Gebäude unter möglichst realistischen Bedingungen untersuchen.
Eine gute Vorbereitung reduziert lediglich vermeidbare Ablenkungen, gewährleistet die Sicherheit des Hundes und ermöglicht eine strukturierte Dokumentation.
Leitsatz:
„Je unverfälschter die tatsächliche Gebäudesituation und je besser die organisatorische Vorbereitung, desto aussagekräftiger kann die Schimmelspürhundesuche in die gesamte sachverständige Untersuchung eingebunden werden.“
Bei SH-Immo&partner wird der Einsatz des Schimmelspürhundes deshalb sorgfältig vorbereitet und anschließend mit den weiteren bauphysikalischen und sachverständigen Untersuchungsergebnissen zusammengeführt.
